Am Ende der Strasse

"Dieser Reisebericht ist schlicht umwerfend!"

"Erzählt in grossartiger Qualität!"

"Sehr wahrscheinlich das Buch des Jahres!"

Während Dylan in Sri Lanka in Armut aufwächst, träumt er von Abenteuern und sehnt sich danach, die Welt mit eigenen Augen zu sehen. Allen Widrigkeiten zum Trotz beginnt er viele Jahre später damit, seine Träume zu verwirklichen. Er reist mit seinem geliebten Motorrad namens Bruce auf über zweihunderttausend Kilometern durch fünf Kontinente. Auf dem Weg von Alaska nach Argentinien enden in Panama plötzlich alle Strassen. Aber nicht für Dylan. Am Ende der Strasse beginnt für ihn das grösste Abenteuer seines Lebens: Dylan baut ein vom Motorrad angetriebenes Floss und fährt damit während sechs Wochen über den Pazifik nach Kolumbien.

 

SRF3 Buchtipp:

"Eine wahre Geschichte erzählt in grossartiger Qualität"

 

Lesefieber.ch:

"Dylans Traum ist mehr als wahr geworden, es ist ein so einzigartiger Traum, man kann gar nicht darüber erzählen, dieses Buch, das muss man einfach lesen. Am Ende ist man klüger an Wissen und Lebensweisheit und isst mit Dylan am Strand von Ardita Cashewnüsse, welche die Menschen dort nicht einmal kennen. Dieser Reisebericht ist schlicht umwerfend und besitzt tatsächlich die Qualität eines herrlichen Romans. Wir staunen, lernen und beginnen sofort zu träumen. Da erzählt einer mit einer Herzensweisheit und einer Lebenskraft, da sprüht der Funke über und entfacht in uns ein gewaltiges Feuer und eine Abenteuerlust unvergleichlicher Art."

 

Overlander Magazin:

Sehr wahrscheinlich das Buch des Jahres! Wie der Titel erahnen lässt, geht es in dem Buch darum, was passiert, wenn die Strasse endet. Trotzdem werden nahtlos andere Geschichten von Dylans Weltreise erzählt. Es gibt nichts, dass in dem Buch linear verläuft, aber es macht die Geschichte umso besser!

 

 

AM ENDE DER STRASSE

 

Die Geschichte einer unglaublichen Reise
Dylan Wickrama

Martina Zürcher

 

AB SOFORT NUR NOCH 19.90

 

352 Seiten, gebunden. 21 schwarz/weiss Bilder, 3. Auflage

ISBN Deutsch: 978-3-9524448-0-1 (Originalausgabe)

 

ISBN English: 978-3-9524448-5-6 (1. Auflage)

 

ISBN Sinhalesisch: 978-3-9524448-6-3 (1. Auflage)

 

Herausgeber: Zürcher Publishing

 

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Leseprobe

Prolog

Ich verbringe den Tag damit, nach anderen Booten Ausschau zu halten. Immer wieder starre ich in alle Himmelsrichtungen zum

Horizont, der sich dreihundertsechzig Grad um mich herum ausbreitet.Überall nur Wasser. Wasser, das sich in weiter Ferne mit dem Himmel vermischt. Kurz nach dem Mittag beobachte ich, wie sich weit weg dichte weisse Wolken auftürmen. Wenig später regt sich mein Segel, welches seit Tagen schlaff und leblos am Mast gehangen hat. Der weisse Stoff beginnt sachte in der Luft zu tänzeln. Zuerst noch zaghaft, dann immer lebhafter. Auch die Meeresoberfläche verändert sich. Den ganzen Vormittag lag sie wie ein flach gezogenes Seidentuch ruhig ausgebreitet da. Jetzt verschwindet allmählich der spiegelglatte Glanz, das Wasser wird unruhig und schliesslich rollen kleine freundliche Wellen auf mein Floss zu. Von Minute zu Minute spüre ich, wie die Brise zu einem anständigen Wind anschwillt. Meine Chance! Ausgerechnet in diesem Moment zuckt die Fischleine. Sind dies die Wellen? Skeptisch taste ich nach der Leine, die meine seit Wochen im Pazifik verschollene Angelrute ersetzt. Noch nie zuvor hat ein Fisch angebissen. Sollte ausgerechnet jetzt …? Ich prüfe die dünne Schnur zwischen zwei Fingern und spüre ein deutliches Zucken! Zum ersten Mal überhaupt hängt ein Fisch am Haken. Vorsichtig ziehe ich den Fang in Richtung Deck, bald sehe

ich den grossen Fisch, der sich mit wilden Sprügen zu befreien versucht. Was für ein Fang! Während ich mich abmühe, meinen Fang zu bergen, nimmt der Wind an Stärke zu. Ist ja wieder typisch. Seit mehr als achtundvierzig Stunden drifte ich orientierungslos immer weiter aufs offene Meer hinaus und kann nichts dagegen unternehmen. Und jetzt plötzlich passiert alles zur gleichen Zeit. Ich versuche mich zu beeilen, aber es dauert ein paar Minuten, bis ich den zappelnden Fisch von der Leine gelöst, seinen Kopf gegen den Mast geschlagen habe und er aufhört zu zucken. Zeit zum Feiern bleibt keine. Der Wind zwingt mich, sofort zu handeln. Mit routinierten Handgriffen setze ich das Segel. Vielleicht bläst

mich der Wind tatsächlich in die richtige Richtung, raus aus der heimtückischen Strömung, zurück zum Festland. Als das Segel richtig aufgezogen ist, bläst der Wind es auf und ich spüre sofort eine Vorwärtsbewegung. Ich segle wieder, komme tatsächlich vorwärts! Endlich! In meine Freude mischt sich schnell einmal Argwohn. Wohin trägt mich der Wind? Weiter aufs Meer hinaus? Ich hoffe es nicht, halte den Atem an und fixiere mit den Augen das kleine Display des GPS. Lange passiert nichts, dann der erste Punkt. Ich beisse mir nervös auf die Unterlippe und warte auf den nächsten. Da, er erscheint, dann noch einer und noch einer, bis sich daraus eine Linie ergibt. Meine Route. Ich fahre gegen

das Festland! Was für eine Erleichterung! Der Wind bringt mich Meter um Meter zurück zum Festland, zurück zur Zivilisation!

Ich spüre, wie die Frustration der letzten Tage von mir abfällt. So wie Plankton in der Nacht durch Berührung anfängt zu glühen, so spüre ich jetzt die Freude in mir aufglühen.

 

«Yeah! Bruce, alles wird gut! Der Wind trägt uns gegen Norden, zurück nach Las Perlas! Alles wird gut! Yeeeehaa!»

Der Wind legt weiter zu und bläst kräftig ins Segel. Unsere Geschwindigkeit bleibt aber bescheiden: Mit zwei Stundenkilometern

schwimmt die Courage of Bridget gegen Norden. Den Motor lasse ich vorerst ausgeschaltet und hoffe, dass der Wind

anhält und ich mit der Kraft der Natur so weit segeln kann, bis ich wieder Land in Sicht habe. Alles, was ich jetzt will, ist eine

mir vertraute Umgebung vor Augen haben, Land und hoffentlich auch bald ein paar Menschen sehen.

 

Ich ertappe mich dabei, wie ich mich nach der Geborgenheit des Hafens, nach dem Kiosco und dem «normalen» Leben in Panama Stadt zurucksehne. Ich überlege mir zurückzufahren. Aufzugeben. Dann zerstreut der Wind meine mutlosen Gedanken: Er nimmt zu und das Floss

nimmt Fahrt auf. Bald fahre ich drei, sogar vier Stundenkilometer schnell. Je stärker die Windböen über die Wasseroberfläche peitschen,

desto grösser werden die Wellen. Als ich meine Augen vom GPS löse, sehe ich hinter mir eine beängstigende Veränderung:

Eine dichte pechschwarze Wolkenwand hat sich aufgebaut. Der Anblick erschreckt mich, die Freude am Wind weicht der Angst. Nicht nur die bedrohliche Regenwand jagt mir einen Schauer über den Rücken, sondern auch die unzähligen Blitze, die in der

Sturmfront aufleuchten. Es sind so viele, meine Augen können unmöglich alle registrieren, pausenlos schlagen sie ins Wasser. Jeder Blitz schlägt wie der Hieb eines Beils erbarmungslos eine weitere Kerbe in meine gerade noch empfundene Euphorie. Die Wolken schlieren in dicken Fäden vom Himmel. Das Unwetter ist nur noch wenige Kilometer entfernt. Der Wind, der mich mit sich trägt, bringt auch den Sturm vorwärts.

 

Die Wellen werden rau und schwellen an. Weisse Schaumkronen blitzen auf, bevor sie vom Wind zerfetzt und von den nun wohl drei Meter

hohen Wellen gierig gefressen werden. Mein Horizont schrumpft und ich sehe nur noch Wände aus Wasser.

Ich löse mich aus meiner Erstarrung, rolle das Segel auf den Baum, um uns vor dem Kentern zu bewahren. Dies in dem starken Wind- und Wellengang alleine zu schaffen, ist eine enorme körperliche Herausforderung. Zuerst löse ich alle Knoten, die das Segel am Mast festhalten, dann versuche ich, das Segel so dicht wie möglich auf den Baum aufzurollen, damit es keine Angriffsfläche bietet. Aber immer wieder schlägt mir der Wind das Segeltuch aus den Händen und lässt es dorthin flattern, wohin es ihm gerade passt. Die Courage of Bridget wird von den Wellen unsanft hin und her geworfen. Ich muss aufpassen, dass ich von den unregelmässigen Schlägen nicht aus dem Gleichgewicht und

vom Floss hinunter geworfen werde. Das Floss hat kein Geländer, welches mich zurückhalten könnte, also lehne ich mich mit vollem Gewicht gegen einen der Bambusmasten und stemme die Füsse breitbeinig auf das Deck, um mich zu verkeilen und Halt zu gewinnen.

 

Nur langsam schaffe ich es, dem Wind das Tuch Stück für Stück zu entreissen. Das Salzwasser hat meine Hände weich und glatt werden lassen. Alles, was ich berühre, scheint mir aus den Händen zu gleiten, jeder Handgriff erfordert meine ganze Kraft. Das Einzige, worüber ich in dem Moment froh bin, ist, dass Bruce sich äusserst gut auf dem Floss hält. Er macht jeden Sprung und Ruck des Flosses mit, ohne sich aus seiner Halterung zu lösen. Stoisch wie ein Leuchtturm in der Brandung trotzt er dem Wellengang und hält sich entschlossen am Floss fest.

Als ich das Segel endlich ganz um den Baum gewickelt habe, drehe ich diesen mit all meiner Kraft nach unten und binde ihn am

Deck fest, damit der Schwerpunkt des Flosses so tief wie möglich liegt.

 

Jacques Stimme dringt zu mir durch: «Drehe den Bug gegen die Wellen, damit du nicht kenterst.»

Ich muss meinen Seeanker auswerfen! Langsam bewege ich mich auf dem schwankenden Floss nach vorne und werfe einen meiner beiden Autoreifen schwungvoll ins Wasser. Normalerweise bestehen Seeanker aus starkem Nylon-Stoff und haben die Form eines kleinen Fallschirms. Einmal ausgeworfen, erzeugt der Seeanker unter Wasser einen Widerstand, der das Boot, welches vom Wind geschoben wird, abbremst und den Bug gegen Wind und Wellen wendet. Ich nutze einen alten Autoreifen als Seeanker, er sollte die gleiche Wirkung erzeugen. Aber der von mir ins Wasser geworfene Reifen bewegt sich langsam vom Floss weg. Dann löst er sich zu meinem Entsetzen vom Seil und versinkt. Entgleitet dem Seil und meinen Augen.

 

«Dylan, du bist ein Idiot! Du bist so ein Idiot!» Erst jetzt kommt mir in den Sinn, dass ich gestern das Seil gelöst hatte, um es für etwas anderes zu benutzen. Danach habe ich es nicht wieder richtig festgeknotet, sondern nur schlampig um den Bauch des Reifens herumgelegt.

«Argh! Ich Idiot!» Mir bleibt keine Zeit, mich weiter zu ärgern.

Die linke Seite des Flosses ist den Wogen gefährlich ausgesetzt – eine grössere Welle könnte reichen, um das Floss zum Kentern zu bringen. Hektisch binde ich den zweiten Reifen am Bug fest und kontrolliere drei Mal, ob das Seil auch wirklich am Reifen hält, dann werfe ich auch diesen gegen den Wind ins Wasser.

Ich atme auf, als sich das Floss langsam zu drehen beginnt und sich der Bug gegen den Wind und die Wellen richtet. Die Courage of Bridget wird ruhiger und scheint einigermassen stabilisiert zu sein. Das Schlimmste aber steht mir und Bruce noch bevor. Die schwarzen Wolken haben uns in der Zwischenzeit fast eingeholt und die Blitze leuchten in immer kürzeren Intervallen über uns auf. Ich fühle mich hilflos. Die Wahrscheinlichkeit, mitten auf dem Ozean einen Blitzschlag zu überleben, ist gleich null. Vor meinem inneren Auge sehe ich, wie mich einer der grell leuchtenden Blitze durchzuckt und ich ohnmächtig ins Wasser stürze. Mein einziger Trost: Es wäre ein schmerzloser Tod.

Dann ein lauter Knall. Ein Blitz schlägt wenige hundert Meter neben dem Floss ins schäumende Wasser. Wenn ich wenigstens eine Kabine aus Metall hätte, in welche ich mich verkriechen könnte.

Michael Faraday.

Michael Faraday! Mir fällt mitten im Sturm der Name des Physikers ein, der bewiesen hat, dass ein geschlossener Metallkäfig vor Blitzeinschlägen schützt. Aber was hilft mir dieses Wissen, wenn ich keinen solchen Käfig habe. Alles, was ich habe, ist Angst. Die Wellen sind riesig – schon schiesst das Floss über einen Wellenkamm hinunter und ich sehe vor mir bereits die nächste Wand aus Wasser. Ich versuche nicht hinzusehen, konzentriere mich auf meine Hände und Füsse und darauf, auf dem schwankenden Floss das Wenige in meiner Macht stehende zu tun, um mich zu schützen. Ich kontrolliere noch einmal, ob alle meine elektronischen Geräte ausgeschaltet sind. Die Batterien der Foto- und Filmkamera sind draussen, das GPS-Gerät ist abgehängt und auch die Batterie von Bruce getrennt. Dann spanne ich die Plastikplane

so tief wie möglich um Bruce herum und krieche darunter. Der Wind peitscht auf das Plastik, ein ohrenbetäubender Lärm. Das grelle Aufleuchten der Blitze dringt durch die Ritzen der Plane, gefolgt vom Grollen der Donnerschläge. Regentropfen mischen sich mit Angstschweiss. Die Plane schliesst nicht wirklich dicht und durch das Bambusdeck schäumt das Wasser von unten zu mir herauf. Das Floss schlingert wie auf einer Achterbahn über die Wellen. Nach rechts und links, dann hoch und in rasanter Fahrt hinunter ins nächste Wellental. Ich versuche, nicht den Halt zu verlieren, stemme meine Füsse gegen den Boden, klammere meine Hände um die Bambusstangen meines Mastes.

Ich hoffe nur noch, den Sturm zu überleben.

Hoffe, dass es bald aufhört. Am liebsten möchte ich einschlafen und erst aufwachen, wenn der Sturm vorbei ist.

Was tue ich hier eigentlich?

Warum bin ich mit einem kleinen Floss mitten auf diesem riesigen Ozean?





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Dylan Wickrama & Martina Zürcher

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